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Vereinsgeschichte - 1981

Dienstag, den 10. Mai 2011 um 22:50 Uhr Maximilian Block
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Dieser interessante Brief an den Vorsitzenden des Automodellklubs der DDR zeigt, wie sehr doch damals noch richtiger Modellbau betrieben wurde. Hier wurden die Wettbewerbsfahrzeuge durch die sechs Mitglieder des Schwedter Modellsportteams komplett selbst gefertigt. Bei einem Wettbewerb in Hagenow im heutigen Mecklenburg-Vorpommern ist den Sportfreunden aus Schwedt aufgefallen, dass andere Rennsportkollegen ihre Fahrzeuge aus kompletten Baukästen aus dem „kapitalistischen Ausland“ gebaut und eingesetzt hatten.


Nun forderte H.-J. Bliefert als Mitglied der Sektion Automodellsport Gleichberechtigung für alle an Wettkämpfen teilnehmende Modellsportler und kritisierte die aktuelle Situation. Was heute bei uns allen eher zum Schmunzeln anregt, war damals eigentlich ein absolutes "no go". Für die Sportfreunde aus Schwedt stand fest:

"Was hat das alles noch mit Modellbau zu tun, wenn ich einen kompletten Bausatz zusammenschraube, die RC-Anlage einbaue und nur noch an den Start zu gehen brauche."


Auch galten Modellmotoren damals als Mangelware, worauf es nicht verwunderlich ist, dass im Brief weiter nach neuen Modellmotoren angefragt wurde. Hier wurden sogenannte Motoren der Marke "Moskito" durch die Sportfreunde auf den Wettbewerben eingesetzt. Wie es im Brief weiter heißt, haben diese Motoren nun ihre Verschleißgrenze erreicht und mangels Ersatzteile bzw. Neumotoren, möchte man Motoren der Marke MVVS aus dem Nachbarland einsetzen. So heißt es wörtlich:

"Der große Teil der in Hagenow vertretenen Teilnehmer hatte MVVS oder sogar Super-Tiger in ihren Modellen. Da für uns nur der MVVS aus der Produktion des Nachbarlandes in Frage kommt, möchten wir Sie hiermit fragen, ob es Möglichkeiten gibt, solche Motoren über unsere GO (meint: Grundorganisation) zu bekommen."

Alles ging immer über die Partei und wurde auch dort entschieden. Man musste kreativ und einfühlsam seine Wünsche und Vorstellungen auf das Papier bekommen, um gegenüber den Entscheidungsorganen zum Erfolg zu kommen.
Dieser Brief öffnete Türen in der Organistation, sodass über bestimmte Wege auch westdeutsche Modellbaukästen und Material bestellt werden konnte. Ein kleiner Durchbruch im DDR-Modellsport.
Auch wenn viele Briefe mit weiteren Wünschen erfolglos blieben - die Schwedter Modellsportfreunde ließen sich nicht entmutigen. Was es nicht zu kaufen gab, wurde selbst gebaut.
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. August 2011 um 01:25 Uhr

Dokumente 1981

  • Brief an den Vorsitzenden des Automodellklubs der DDR (PDF)

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